Montag, 24. Mai 2010

Countdown to WM: Gruppe G









Die WM-Gruppenanalyse

Gruppe G

Brasilien
Nordkorea
Elfenbeinküste
Portugal


Teamcheck

Brasilien
WM-Teilnahmen: 18 (1930, 1934, 1938, 1950, 1954, 1958, 1962, 1966, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990, 1994, 1998, 2002, 2006)
Erfolge:
- Weltmeister (1958, 1962, 1970, 1994, 2002)
- WM-Zweiter (1950, 1998)
- WM-Dritter (1938, 1978)
- WM-Vierter (1974)
- Sieger Copa America (1919, 1922, 1949, 1989, 1997, 1999, 2004, 2007)
- Sieger Confed-Cup (1997, 2005, 2009)

FIFA-Weltrangliste: 1.
Qualifikation: Sieger Südamerikagruppe (jeder gegen jeden) 9S 7U 2N

Der Dauerbrenner unter den WM-Teilnehmern, die waren wirklich immer dabei. Natürlich auch dieses mal wieder als ein absoluter Titelkandidat, seit der letzten WM alles mitgenommen, Copa America gewonnen, Confed-Cup gewonnen, Südamerikaquali gewonnen. Das Team ist auf jeder Position Weltklasse besetzt, gar keine Frage, der Favorit für diese Gruppe. Wenn man allerdings auf die Jahre der gewonnenen Confed-Cups guckt… 1997 ein Jahr vor der bitteren Finalniederlage (0:3) gegen Frankreich, 2005 ein Jahr vor dem letztlich enttäuschenden Viertelfinalaus gegen Frankreich (0:1), 2009 ein Jahr vor… wann kann man auf Frankreich treffen…. ah ja im Halbfinale, aber genug des Aberglaubens. Wenn es Dunga gelingt eine Mannschaft zu formen, die füreinander spielt und auch und ihre Klasse ausspielen kann (das hat man 2006 eindeutig nicht erreichen können), dann spielen sie ganz vorne mit.


Nordkorea
WM-Teilnahmen: 1 (1966)
Erfolge:
- keine
FIFA-Weltrangliste: 106.
Qualifikation:
Runde 1: Hin- und Rückspiel gegen Mongolei, 4:1 auswärts, 5:1 zu Hause
Runde 3: Gruppenzweiter 3S 3U 0N (gegen Südkorea, Jordanien, Turkmenistan)
Runde 4: Gruppenzweiter 3S 3U 2N (gegen Südkorea, Saudi-Arabien, Iran, Ver. Arab. Emirate)

Nun angesichts der Weltranglistenplatzierung muss man sich schon fragen, was dieses Team hier denn eigentlich macht, Rang 106? Aber man ermauerte sich die Qualifikation mit der Taktik, wie der Kicker titelt: „Außer Jong nur Beton“. Ja, sogar die Ausputzerposition wird bei der WM eine Wiedergeburt erfahren. Sie sind die wohl größte Unbekannte des Turniers, mal von den 3 Spielern, die in Japan und einem, der in Russland unter Vertrag steht kann man kaum mal überhaupt etwas erfahren. Vielleicht ist diese Unbekanntheit aber auch ein gewisser Vorteil, zutrauen tut Ihnen eh kaum einer was. Wenn da nicht die Historie wäre, 1966 war man schon mal bei der WM dabei, keiner hatte sie auf der Rechnung…und man bezwang Italien mit 1:0, schmiss den Gegner damit aus dem Turnier und kam ins Viertelfinale, wenn ähnliches wieder passieren sollte, kann man damit sehr viel Geld verdienen.



Elfenbeinküste
WM-Teilnahmen: 1 (2006)
Erfolge:
- Sieger Afrika Cup (1992)
- Zweiter Afrika Cup (2006)
- Vierter Confed-Cup (1992)
FIFA-Weltrangliste: 27.
Qualifikation:
Runde 2: Gruppensieger 3S 3U 0N (gegen Mosambik, Madagaskar, Botsuana)
Runde 3: Gruppensieger 5S 1U 0N (gegen Burkina Faso, Malawi, Guinea)

Wenn einem afrikanischem Team die ganz große Sensation bei der ersten WM auf dem eigenem Kontinent zugetraut wird, dann ist es wohl die Elfenbeinküste. In der Qualifikation auch unangetastet, 12 Spiele keine Niederlage, 29 Tore. Bei der WM 2006 schon die Großen geärgert und gleich wieder eine ganz schwere Gruppe bekommen, aus Argentinien wurde Brasilien aus Holland Portugal, nicht gerade viel besser als vor 4 Jahren. Bei allem Lob muss man aber auch sagen, die Elfenbeinküste ist noch nicht in den oberen Regionen des Weltfußballs angekommen, sodass sie vielleicht nicht der Titelkandidat sind, für die sie manche halten. Den Afrikacup gewann die heutige Generation von Topspielern zum Beispiel nie, 2009 gab es das aus gegen Algerien im Viertelfinale. Das liegt nicht an der Offensive, dort herrscht ein wahres Überangebot neben Superstar Drogba tummeln sich bekannte Namen, wie Kalou, Gervinho, Keita, Koné oder Yaya Touré, allesamt in Europa und Größtenteils bei absoluten Spitzenvereinen unter Vertrag. Das Problem dürfte hinten liegen, wo es zwar einige gute Namen gibt, die aber eben nicht auf dem Niveau ihrer Topstars agieren, insbesondere haben die Ivorer auch ein Torwartproblem. Letztlich ist das Team also auch eine gewisse Wundertüte, ob die Elefanten also einen größeren Fußabdruck auf dem südafrikanischen Rasen hinterlassen bleibt abzuwarten.

Portugal
WM-Teilnahmen: 4 (1966, 1986, 2002, 2006)
Erfolge:
- WM-Dritter (1966)
- WM-Vierter (2006)
- Vizeeuropameister (2004)

FIFA-Weltrangliste: 3.
Qualifikation: Gruppenzweiter 5S 4U 1N (gegen Dänemark, Schweden, Ungarn, Albanien, Malta)
Relegation gegen Bosnien-Herzegowina, zwei mal 1:0

Die Nummer 3 der Welt, so mancher mag sich angesichts der holprigen Qualifikation fragen; Wie ist das denn passiert? Wenn man aber auf die Bilanz guckt war es ja eigentlich nicht mal so schlecht, nur ein Spiel (äußerst unglücklich gegen Dänemark) ging verloren. Das Team bekam zur Rückserie auch die Kurve, was nicht zuletzt an der Rückkehr von Kapitän Ronaldo lag, der seine Allüren auch mit dem Kapitänsamt und reiferem Alter immer mehr unter Kontrolle bekommt. Nun kommt noch Teil 2 der Historie. Bei ihrer stärksten WM 1966 schalteten die Portugiesen zusammen mit Ungarn Titelverteidiger Brasilien in der Gruppenphase aus, man gewann 3:1. Trainer Queiroz bemerkte zur Auslosung auch schelmisch: „Es fehlen nur Ungarn, Pélé und Eusebio.“ Der Gegner im Viertelfinale war niemand anders als… Nordkorea, man gewann in einem denkwürdigen Spiel 5:3 und wurde letztendlich WM-Dritter. in der jüngeren Vergangenheit gab es gegen Brasilien 2 Spiele, die unterschiedlicher nicht sein könnten, 2007 gewann man 2:0, ein Jahr später folgte eine 2:6-Klatsche. Deco, Liedson und Pepe (dessen Einsatz verletzungsbedingt noch fragwürdig ist) sind auch noch 3 eingebürgerte Brasilianer, was dem Spiel noch mehr Brisanz verleihen dürfte.
Einzelspieler von überragendem Niveau hat man genug, wenn diese sich taktisch und mannschaftlich beweisen können, steht einem gutem Turnier außer der Auslosung (auf den Gruppenzweiten wartet Spanien) nur wenig entgegen.


Gruppenanalyse:

Eine Gruppe voll mit Historie, wie bereits geschildert und von vielen zur Todesgruppe erklärt. Ob das am Ende wirklich der Fall ist, ist dann aber doch eher fragwürdig, klar sind 3 gute Teams dabei, aber es lassen sich auch noch ausgeglichenere Gruppen finden. Brasilien dürfte der erklärte Favorit sein, Portugal und die Ivorer kämpfen um Platz 2, Nordkorea hilft im Zweifel wohl nur ein Fußballwunder. Viel ist möglich, so zeigen ja viele Beispiele, dass eine schwache Qualifikation kein schwaches Turnier bedeutet und Portugal scheint noch den Tick vor der Elfenbeinküste, die aber auch alles geben wird. Brasilien darf sich also auch nicht zu sicher fühlen, hat aber auch vom Spielplan eine gute Ausgangsposition, weil man selbst mit Nordkorea anfängt.

Chance aufs Weiterkommen

Brasilen 5/5
Portugal 4/5
Elfenbeinküste 3,5/5
Nordkorea 0,5/5

1 Kommentar:

  1. Ja alles läuft für Brasilien (besonders der Auftakt) - doch Portugal hat Hugo ^^

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